Unser Leitspruch:

Anstatt unsere Hunde zu vermenschlichen, sollten wir zumindest versuchen, uns so gut es geht zu verhundlichen. (Günther Bloch 1998)

Beaglaender

Jule fixiert etwas.
Jule.

Olli hat auch etwas im Blick.
Olli.

Jule fixiert etwas.
Bilbo.

Longieren

Das Longieren mit Hunden habe ich in Wehrheim auf einem Seminar kennengelernt. Es dient dem Bindungsaufbau, fördert den Blickkontakt, lastet den Hund körperlich und geistig aus und kann in viele Richtungen variiert werden. Man kann Geräte einbauen, Kommandos auf Entfernung trainieren und dabei seine eigene Körpersprache ausbauen und verbessern.

Jule wird schon immer vorher nervös, wenn sie sieht, dass ich die Longiersachen auspacke. Sie hat wirklich viel Spaß daran. Olli hat lange versucht, alle Longieransätze zu ignorieren, aber ich bin am Ball geblieben, und so wurde auch aus Olli ein begeisterter Longier-Hund.

Nachdem ich zunächst nur auf eingezäunten Plätzen oder aber angeleint longieren konnte, kann ich heute die Hunde auch im Wald frei longieren, wenn ich einen geeigneten Platz finde.




Longiertraining heißt nicht nur im Kreis laufen, sondern bedeutet hohe Konzentration für den Hund. Das Laufpensum, welches dabei natürlich anfällt, kommt den lauffreudigen Hunden selbstverständlich entgegen. Ich habe mal eine Kurzversion für euch aufgeschrieben, damit ihr mal einen kleinen Eindruck gewinnen könnt. Es ist stark bindungsfördernd, da es auf Kommunikation Hund/Mensch aufbaut.

Was ist das?

Longiertraining mit Hunden ist eine bei uns noch wenig bekannte Motivations-Strategie zur Erhöhung der Bindung zwischen Hund und Mensch. Gerade bei Hunden, die sich leicht von Reizen aller Art ablenken lassen, bietet es eine gute Möglichkeit, die Kommunikation im Hund/Mensch-Team aufzubauen, zu verbessern und zu festigen.

- Laufen baut Stress ab
- Laufen lastet aus
- Spiel mit dem HF in der Bestätigung
- Verbesserung der Bindung (durch gemeinsamen Spass)
- Verbesserung der Führung (durch klare Grenzen und Regeln)
- Aufbau von Vertrauen (durch das Freilongieren)
- Verbesserung der Lenkbarkeit auf Distanz
- Allg. Verbesserung des Gehorsams


Was braucht man?

Man benötigt für seinen Longierplatz eine ebene Wiese, auf der man sich mit Zelt-Heringen einen Kreis absteckt, der einen Durchmesser von 10 Metern hat. Dazu setzen wir 1 Hering mittig in die Erde, befestigen eine 5-Meter-Leine und gehen bei angespannter Leine um den Mittel-Hering. Auf diesem Weg setzen wir in gleichmäßigen Abständen weitere Heringe in den Boden, um so einen gleichmäßigen Kreis zu bekommen. Jetzt binden wir an einen Kreis-Hering Absperrband, welches um alle anderen Heringe geführt wird und am Start-Hering den Kreis schließt. Den mittleren Hering können wir jetzt wieder entfernen. Die Höhe des Absperrbandes sollte auf die Hundegröße abgestimmt sein (20 cm bei kleinen und 40 cm bei größeren Rassen über dem Boden). Es bildet eine optische Grenze, die unser Hund nicht überschreiten darf. Statt der Heringe kann man natürlich auch Stöcke, Stäbe oder Pfosten nehmen.

Beim Longiertraining wollen wir den Hund nicht bei uns führen (Fuß), sondern unser Ziel ist es, eine Kontrolle auf Distanz zu bekommen. Dies muß natürlich Schritt für Schritt aufgebaut werden.

Grundübung:

Unser Platz ist fertig aufgebaut, wir können also starten. Der Hundeführer geht im Kreisinneren, und der Hund läuft an der Außenseite des Kreises, wobei wir konsequent darauf achten, dass die Absperrband-Grenze nicht vom Hund überschritten wird. Wir gehen im Kreis mit lockerer Leine und ohne jedes Hörzeichen. Normalerweise wird der Hund versuchen, zum Hundeführer zu kommen, dies unterbinden wir mit einem deutlichen „Nein“ oder aber durch ein korrigierendes Blockieren mit unserem Körper. Immer öfter stellt sich ein Blickkontakt ein, der sofort mit Lob und Bestätigung honoriert wird, allerdings immer auf der Außenbahn. Danach gehen wir weiter im Kreis.

Anfangs sollte man nur kleine Übungseinheiten machen, da der Hund sonst in seiner Konzentrationsfähigkeit überanstrengt wird. Wir beenden unsere Einheiten immer mit einer erfolgreichen Strecke.

Bei unseren Übungseinheiten sollte sich beim Hund folgende Entwicklung einstellen:
· Die Grenzüberschreitungsversuche nehmen ab
· Der Hund läuft aufmerksam auf der Außenbahn
· Blickkontakte werden öfter und länger vom Hund angeboten


Steigerung der Anforderungen

Wenn unsere Grundübung soweit gediehen ist, dass der Hund aufmerksam mit Blickkontakten auf der Außenbahn mit seinem Menschen mitläuft, lassen wir erste Gehorsamsübungen in das Training miteinfließen. Hierzu nutzen wir die Palette der dem Hund bekannten Hörzeichen wie z.B. Sitz oder Platz, welche nach erfolgreicher Ausführung immer bei Blickkontakt gelobt und bestätigt werden. Langsam werden die Hörzeichen durch Sichtzeichen ersetzt, was zur Folge hat, dass sich der Hund in seiner Konzentration auf seinen Partner Mensch nochmals steigern muß.

Distanzaufbau

Die Distanz zwischen Hund und Mensch wird nur langsam und wechselnd erhöht, um den Hund nicht zu verunsichern. Wir üben jetzt mit der 5-Meter Schleppleine und wechseln immer mal wieder unseren Abstand zum Hund. Hierbei sollten wir für den Hund undurchschaubar bleiben und uns keinen bestimmten Wechsel-Takt angewöhnen. Ist ein Abstand von 3-4 Metern erreicht, sollte es auch im Freilauf gelingen, den Hund am Longierkreis über Sichtzeichen zu führen.




Sabine Otto  •  Gustav-Bohm-Str. 51 b  •  58256 Ennepetal
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